Brautlied

Brautlied singen

Von am 28. September 2015 2 302 Views

BrautliedEin alter Hochzeitsbrauch: Brautlied singen

Das Brautlied ist ein sehr schöner traditioneller Hochzeitsbrauch. Ursprünglich wird es am Vorabend der Hochzeit bei den Eltern der Braut gesungen – was einschließt, dass die Braut die Nacht vor der Hochzeit im Elternhaus verbringt.

Die Sänger singen dann am Abend der Braut dieses Ständchen als Abschied von ihrem Dasein als Jungfrau und ihrem Leben im Elternhaus. Heute schmunzelt man darüber, denn kaum eine Braut lebt noch zu Hause und ist auch meist nicht mehr Jungfrau. Aber schöne Bräuche kommen nicht aus der Mode!

Regional unterschiedlich ist, ob es nur die Brautjungfern und die weiblichen Verwandten singen, oder ob auch der Brautvater und der Bräutigam dabei sind. Die Sänger erhalten jedenfalls nach dem Brautlied von den Brauteltern eine Jause. Wichtig dabei ist, dass die männlichen Sänger – mit Ausnahme des Brautvaters – das Haus vor Mitternacht verlassen.

Für die Braut ist es nicht nur ein sehr emotionales Erlebnis, sondern auch eine Gelegenheit, den Abend vor der Hochzeit nicht in Nervosität alleine zu verbringen, sondern Anekdoten aus der Zeit vor der Ehe auszutauschen und mit Freundinnen zu lachen.

Wann und wo wird das Brautlied heute gesungen?

Noten des Brautlieds

Brautlied Text und Noten

Brautlied: Text und Noten

Text des Brautlieds „Die Sonne neiget sich“ – 3 Strophen

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1. Die Sonne neiget sich, sie geht zur Ruh, sie wirft den letzten Blick dir freundlich zu.
Hast du geprüft dein Herz, treibst du damit nicht Scherz? Heut ist die letzte Nacht, junge Braut, gib Acht.

2. Die Sternlein ohne Zahl, in ihrer Pracht, sie wünschen viel tausendmal, dir gute Nacht.
Dir wünscht die Himmelsbraut das wahre Glück, ja Glück, denn tief ins Herz dir schaut, ihr milder Blick.

3. Blick auf zum Sternenmeer und fasse Mut. Gott hilf in jeder Not, Gott ist so gut.
Gott, der dein Lenker ist, dich sicher nie vergisst. Heut ist die letzte Nacht, junge Braut, gib acht!

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Da dies eine Volksweise ist, kann der Text regional unterschiedlich sein.

Heutzutage finden immer mehr Hochzeiten nicht im Heimatort der Braut statt, darum gibt es mittlerweile mehrere Varianten, wann und wo das Brautlied gesungen wird:

  • Am Vorabend der Hochzeit beim geselligen Einstimmen auf den Hochzeitstag.
  • Um Mitternacht am Hochzeitstag selbst, kurz bevor die Braut den Brautstrauß wirft.

 

Ab und zu wird es mittlerweile auch beim Polterabend von den Freundinnen angestimmt. Hier wird dann gerne der Text abgewandelt, da der meist nicht direkt am Abend vor der Hochzeit stattfindet.

Sehr schön ist es zum Beispiel, wenn die ganze Hochzeitsgesellschaft das Brautlied singt und mit Sternspritzern romantische Stimmung verbreitet. Auch rote Herzluftballons können in den Himmel geschickt werden, um symbolisch die Liebe in den Himmel zu heben.

Das Brautlied ist nicht nur ein musikalisches Element einer Hochzeit, sondern erzeugt eine Atmosphäre der Romantik und des feierlichen Anlasses. Die emotionale Wirkung des Brautlieds erstreckt sich dabei auf alle Gäste.

Es ist auch heute noch eine wunderschöne Tradition, die absolut nachahmenswert ist.

Hier finden Sie auf YouTube eine besonders ans Herz gehende instrumentale Version des Brautlieds. >

Und hier gibt es noch eine Version mit Gesang:

Quelle: Volksmusik.cc, Bild: Fotolia bbthomas

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