Kräuterweihe

Kräuterweihe – gibt Schutz & bringt Kraft

Von am 3. Juli 2023 1

Kräuterweihe

Kräuterweihe – was ist das?

Die Tradition der Kräuterweihe am 15. August hat eine lange und vielfältige Geschichte, die eng mit religiösen und spirituellen Traditionen verbunden ist.

Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen bis ins alte Rom zurück, wo die Menschen an diesem Tag die Göttin Diana, die Beschützerin der Natur, verehrten. Die Verbindung zwischen dem Fest Mariä Himmelfahrt und der Kräuterweihe entstand später im Christentum, als die Jungfrau Maria als Symbol für Reinheit, Schutz und Segen angesehen wurde. Es wurde angenommen, dass die Kräuter an diesem Tag besonders wirksam und heilend seien.

Mariä Himmelfahrt, ein Hochfest der katholischen Kirche am 15. August, wird auch traditionell Großer Frauentag, Maria Kräuterweih oder Maria Wurzweih genannt. Denn an diesem Tag werden in manchen Regionen Blumen und Kräuter geweiht.

Mit Mariä Himmelfahrt beginnen nämlich auch die Tage des Frauendreißigers. Das sind die auf den 15. August folgenden dreißig Tage, an denen man dem Volksglauben nach besonders heilkräftige Heilkräuter sammeln kann. Kräuter, die zu dieser Zeit gesammelt werden, sollen alle anderen Kräuter an Kraft übertreffen.

Ausgenommen davon sind nur Johanniskräuter, die zur Sommersonnenwende gepflückt werden.

Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen sehr weit zurück. Zuerst wurden mit einem Kräuterbuschen Natur- und Erntedankfeste zu Ehren verschiedener Götter gefeiert. Diese Kräuterbuschen waren heidnische Lebensruten, deren Berührung die fruchtbarkeitsspendende und heilende Kraft der Vegetation auf die Menschen übertragen sollte.

Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe vor allem als Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung und die Heilkraft der Kräuter als Symbol für die Zuwendung Gottes an den Menschen.

In der Kräuterweihe mischen sich Tradition und Frömmigkeit, Volksglaube und zeitnahe Religiosität, verbunden mit der Notwendigkeit Werterhaltendes zu bewahren.

Heute ist die Kräuterweihe nicht nur eine religiöse Tradition, sondern auch ein Ausdruck der Verbundenheit mit der Natur und der Wertschätzung für ihre Heilkraft. Sie erinnert uns daran, dass Kräuter nicht nur als Gewürze und Heilmittel dienen, sondern auch spirituelle und symbolische Bedeutung haben.

Ein Kräuterbuschen mit magischer Zahl

Bevor die Kräuter geweiht werden, müssen sie vorher zu einem Buschen gebunden werden. Dazu werden Blumen und Getreideähren mit typischen Heilkräutern und Getreide zu Sträußen gewunden.

Typische Kräuter für die Kräuterweihe & ihre Bedeutung

Bei der Kräuterweihe am 15. August werden verschiedene Kräuter verwendet, von denen jedes seine eigene symbolische Bedeutung hat. Hier sind einige der Kräuter, die bei dieser Feierlichkeit eine besondere Rolle spielen:

  • Alant: Alant symbolisiert Mut und Stärke. Er wird oft verwendet, um das Selbstvertrauen zu stärken und Ängste zu überwinden. Alant kann auch bei Verdauungsbeschwerden und Erkrankungen der Atemwege hilfreich sein.
  • Arnika: Arnika steht für Heilung und Schutz. Sie wird oft bei Verletzungen, Prellungen und Muskelverspannungen eingesetzt. Arnika wird auch mit positiver Energie und körperlicher Regeneration in Verbindung gebracht.
  • Baldrian: Baldrian symbolisiert Ruhe und Entspannung. Er wird oft verwendet, um Schlafstörungen zu lindern und die Nerven zu beruhigen. Baldrian kann auch bei Angstzuständen und Stress helfen.
  • Beifuß: Beifuß steht für Reinigung und Schutz vor negativen Energien. Er wird oft als Schutzmittel gegen böse Geister verwendet und kann auch bei Verdauungsbeschwerden und Menstruationsbeschwerden hilfreich sein.
  • Eisenkraut: Eisenkraut symbolisiert Klarheit und mentale Stärke. Es wird oft verwendet, um die Konzentration zu verbessern und den Geist zu beleben. Eisenkraut kann auch bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungen hilfreich sein.
  • Frauenmantel: Frauenmantel steht für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Er wird oft mit dem weiblichen Zyklus und der Gebärmuttergesundheit in Verbindung gebracht. Frauenmantel kann auch bei Menstruationsbeschwerden und zur Linderung von PMS-Symptomen verwendet werden.
  • Johanniskraut: Johanniskraut symbolisiert das Licht und die Sonne. Es wird mit Freude, Lebenskraft und Schutz in Verbindung gebracht. Es wird oft als Heilmittel gegen Depressionen und zur Stärkung des Nervensystems verwendet.
  • Kamille: Kamille symbolisiert Frieden, Entspannung und innere Harmonie. Sie wird oft zur Beruhigung und Linderung von Stress und Schlaflosigkeit eingesetzt.
  • Königskerze: Königskerze steht für Schutz und spirituelle Kommunikation. Sie wird oft verwendet, um die Verbindung zur geistigen Welt zu stärken und die Träume zu fördern. Königskerze kann auch bei Atemwegserkrankungen und Entzündungen hilfreich sein.
  • Pfefferminze: Pfefferminze symbolisiert Erfrischung und Klarheit. Sie wird oft verwendet, um die Verdauung zu fördern und den Geist zu beleben. Pfefferminze kann auch bei Kopfschmerzen und Erkältungen Linderung verschaffen.
  • Schafgarbe: Schafgarbe steht für Schutz und Heilung. Sie wird oft verwendet, um Wunden und Hautprobleme zu behandeln. Schafgarbe kann auch bei Menstruationsbeschwerden und Verdauungsbeschwerden hilfreich sein.
  • Thymian: Thymian repräsentiert Mut, Stärke und Vitalität. Er wird oft für seine antibakteriellen Eigenschaften geschätzt und kann bei Atemwegserkrankungen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt werden.
  • Wermut: Wermut symbolisiert Klarheit und spirituellen Schutz. Er wird oft verwendet, um negative Energien abzuwehren und das Bewusstsein zu erweitern. Wermut kann auch bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Lebergesundheit hilfreich sein.

Je nach Region bestehen die Kräuterbuschen aus einer unterschiedlichen Anzahl von Kräutern. Die magischen Zahlen werden jedoch immer eingehalten!

Magische Zahlen in Kräuterbuschen

  • sieben (Zahl der Wochen- bzw. Schöpfungstage),
  • neun (dreimal drei für die Hl. Dreifaltigkeit),
  • Zwölf (Zahl der Apostel),
  • 14 (Zahl der Nothelfer),
  • 24 (zweimal zwölf: zwölf Stämme Israels aus dem alten und zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament)
  • 72 (sechsmal zwölf) (Zahl der Jünger Jesu) oder gar
  • 99

Egal welche Zahl nun benutzt wird, sie ist jedenfalls enorm wichtig! Mit Kräuterbuschen werden sehr viel Zauber und Kraft verbunden, denn sie sollen gegen Krankheiten und Verzauberungen schützen, sowie zu Eheglück und Kindersegen verhelfen. Außerdem dienen sie als Schutz gegen Blitzschlag. Besonders heilkräftig sollen sie sein, wenn sie mit Weihrauch vermischt in einem Krankenzimmer verwendet werden.

Verwendung nach der Kräuterweihe

Nach der feierlichen Weihe werden die Kräuterbuschen verschiedenartig verwendet:

  • Mancherorts werden sie im Hergottswinkel aufgehängt.
  • Oftmals verwendet man sie als Beigabe beim Räuchern.
  • Tee wird ebenfalls gerne daraus zubereitet.
  • Am Heiligen Abend wird etwas an die Tiere im Stall verfüttert.

Und auch wenn man nicht dran glaubt, ist so ein aromatischer Buschen etwas Schönes für das Zuhause!

Kranz statt Buschen

Aus Kräutern lassen sich übrigens auch wunderbar Kränze binden!

Wie das geht, verraten Elisabeth Dießl und Veronika Halmbacher in ihrem Kranzerlbuch.

Das Binden von Kränzen ist ein uralter Brauch. Da der Kranz keinen Anfang und kein Ende hat, symbolisiert er die Unendlichkeit. Vor allem traditionelle Gebinde wie der Palmbuschen, das Ostergesteck oder der Grabschmuck zu Allerheiligen haben eine besondere Bedeutung.

Der Johannikranz zur Sommersonnenwende oder der Rauhnachtskranz zum Jahreswechsel lassen althergebrachtes Brauchtum neu aufleben. Das traditionelle Wissen darum vermitteln die Autorinnen ebenfalls in ihrem Buch.

Bild: Hietaparta – Pixabay, Christa Eder – Fotolia, Depositphoto

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